Grüne Bauchschmerzen: Waldrodung für Solaranlage in Weeze-Laarbruch

Auf dem Flughafengelände Weeze soll die größte Solaranlage NRWs errichtet werden. Dazu wurde bereits großflächig Wald gerodet. Die GRÜNEN fragen sich, ob es dazu keine Alternativen gab.

Grüne haben Bauchschmerzen: Waldfrevel für Solaranlage?

Auf dem Flughafengelände Weeze-Laarbruch soll die größte Solaranlage NRW‘s errichtet werden. Sie soll bis zu 25 ha groß werden.
Grundsätzlich begrüßen die GRÜNEN diese Absicht. Regenerative Energien sind die Energien der Zukunft.

Zweifel am geeigneten Standort

Dicke Fragezeichen muss man aber über die geplante Ausführung der Anlage machen. Wie die Öffentlichkeit unterrichtet wurde, soll die Solaranlage flächig auf dem Erdboden errichtet werden. Bedauerlicher noch:  Es sind auf dem Flughafengelände bereits große Flächen Wald gerodet worden, um diese Anlage zu verwirklichen. Die GRÜNEN fragen sich, ob die Solaranlage nicht besser  auf Dächern oder auf bereits versiegelten Flächen gebaut  werden  könnte. Falls diese auf dem Flughafengelände nicht ausreichen, könnten ja auch anderweitig Dächer genutzt werden. Die dazu notwendige Pacht könnte mit den entstandenen Kosten für Rodung und Aufforstung verrechnet werden.
Außerdem sind die Fördermittel für Solaranlagen auf Gebäuden höher als auf der ebenen Erde. Zurecht!

Leider können wir den Informationen der Kreisverwaltung  nicht entnehmen, wer Eigentümer der für die geplante Solaranlage in Anspruch genommenen Flächen ist. Auch der Bezug zur öffentlichen Hand bleibt diffus.

Anfrage an den Landrat

Die GRÜNE Kreistagsfraktion bittet um Beantwortung der folgenden Fragen:

1.    Wie viel ha Wald wurde  auf dem Flughafengelände für den Bau der Solaranlage gerodet?  Gibt es eine Genehmigung für die Rodung?
2.    Warum wird die Solaranlage bodennah und nicht  auf Dächern oder auf bereits versiegelten Flächen gebaut?
3.    Liegt eine Umweltverträglichkeitsprüfung vor? Wenn ja, sind die geforderten Auflagen erfüllt?
4.    Wie sieht die Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung aus?
5.    Welche behördlichen Stellen sind bei dem Projekt beteiligt?
6.    Wie hoch ist der Geldwerte-Vorteil  für die FN? Wie hoch ist der Vorteil  für den Kreis Kleve?
7.    Wie setzt sich die Investorengruppe zusammen?  Wer ist konkret der Investor der Solaranlage?
8.    Wie viel  Strom erzeugt die Anlage? Was geschieht mit dem Stromüberschuss?
9.    Wie viel Strom benötigt der Flughafen Laarbruch?
10.    Ist die geplante Anlage flugaffin?
11.    Warum hat sich der Kreis Kleve nicht für eine genossenschaftliche Investition mit Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern stark gemacht (Bürger- Solarpark), um die Akzeptanz einer solchen Anlage zu vergrößern, indem man den Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit gibt , sich an der Anlage finanziell zu beteiligen?  
12.    Teilt die Kreisverwaltung  unsere Annahme , dass die Maßnahme  dem maroden Flughafen  Niederrhein  „Wind unter die lahmen Flügel fächern“ soll?

Mit freundlichem Gruß

gez. Ute Sickelmann                                        i.A. Norbert Panek
Faktionsvorsitzende                                        Fraktionsgeschäftsführer

Kopie an: CDU-Fraktion, SPD-Fraktion, FDP-Fraktion,  Fraktion Alternative Linke

Verwandte Artikel