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Auskiesung

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Grüne Kreistagsfraktion Kleve Grüne Kreistagsfraktion Kleve
Zuletzt geändert am:  18.04.2018
Grüne Kreistagsfraktion Kleve - http://gruene-im-kreistag-kleve.de/

Grüne fordern: „Ausstiegsszenario zum Kiesabbau am Niederrhein“

„Der Niederrhein unter dem Kiesbagger“ oder „Der Schweizerkäse am Niederrhein“! So oder  ähnlich lauten regelmäßig die Überschriften der Presse zu diesem Thema. Das Problembewusstsein zum Kiesabbau ist gewachsen. Auch Dank der konsequenten Arbeit der GRÜNEN Fraktionen am Niederrhein. Die vor Jahren noch unkritische Haltung der Gemeinden hat sich verändert.

Die GRÜNEN unterstützen die Gemeinden in ihrem Bemühen den Kiesabbau zu begrenzen und stellen fest: „Jetzt muss die Landesregierung handeln und die veraltete Landesgesetzgebung ändern“, so die Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion Ute Sickelmann.

Beinahe 10 Jahre nach der Aufstellung des Gebietsentwicklungsplanes (1999) wird mit harten Bandagen seitens der Kiesindustrie um noch mehr Auskiesungsflächen gekämpft.

Immer öfter landen die Verfahren um mehr Flächen vor Gericht. In vielen Fällen hat die Kiesindustrie diese Prozesse aufgrund veralteter  Landesgesetzgebung gewonnen.
Dieses Gesetz schreibt Pläne mit 50jähriger Eingriffswirkung vor. Die Krux an der Sache, je mehr Flächen von der Kiesindustrie verbraucht werden, desto mehr müssen bereitgestellt werden. Landschaftsschonender Verbrauch ist kein Ziel, die viel beschworene Nachhaltigkeit ist kein Thema. Zudem kommt ein hoher Export nach Holland und Belgien der die Verbrauchszahlen kräftig steigert. 15. Mio. Tonnen Kies und Sand werden jedes Jahr exportiert, vornehmlich vom Unteren Niederrhein.

Die von der Kiesindustrie zusätzlich angemeldeten Flächenwünsche umfassen aktuell ca. 110 km²! Flächen für die diese exzessive Abgrabungspolitik lassen sich kaum noch finden.

Die nicht mehr rückgängig zu machende großflächige Umwandlung der Landschaft zu Baggerseen ist ein qualitativer Verlust für die Menschen am Niederrhein. Selbst die Wasserreserve- und Schutzgebiete sollen nicht mehr tabu sein.

Hierzu die Fraktionsvorsitzende Ute Sickelmann: „Mit jedem Baggerloch wird eine neue Wunde in die Landschaft gerissen. Das Grundwasser wird auf riesigen Flächen freigelegt. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Kies und Sand sind der natürliche Bodenfilter für das Grundwasser. Geht dieser Schutz verloren, muss dieser natürliche Filterprozess technisch aufwendig nachgeahmt werden. Dies würde das Trinkwasser anfällig für Verschmutzung und um ein Vielfaches teuer  für unsere BürgerInnen machen. Der Trinkwasserschutz muss Vorrang vor den Interessen der Kiesindustrie haben. Aufgrund des Klimawandels werden für auch für den Niederrhein größere Trockenperioden vorhergesagt. Auch die Landwirtschaft ist auf große Mengen von Grundwasser angewiesen. Die bedeutendsten Wasserreserven des Niederrheins müssen erhalten bleiben.“
 
Dafür setzen sich die GRÜNEN am Niederrhein seit Jahren konsequent ein.