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Karikatur zum Flughafen Weeze

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Grüne Kleve

14. September 2013

Wie gefährlich ist der Flughafen Weeze? Grüne wollen Aufklärung nach Kritik der Pilotenvereingung Cockpit

"Weeze gehört zu den fünf gefährlichsten Flughäfen in Deutschland!" behauptet die Pilotenvereinigung Cockpit in einer aktuellen Pressemitteilung. Das sind massive Vorwürfe. Haben die Piloten unrecht? Die Grünen verlangen Auskunft von Landrat Spreen.

Die Landebahn des Airport Weeze in trüben Wintermonaten - Foto: Thomas Velten

Wie gefährlich ist das Landemanöver am Flughafen Weeze?

Grüne erwarten Stellungnahme der Luftsicherheitsbehörde zur massiven Kritik der Pilotenvereinigung Cockpit


Die Grüne Kreistagsfraktion hat aufgrund der Presseberichterstattung Ende August zum Flughafen Niederrhein eine Anfrage an den Landrat gerichtet. Es geht um die Mängelliste der Pilotenvereinigung Cockpit den Flughafen Laarbruch betreffend.

Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag Kleve


An den
Landrat des Kreises Kleve
Herrn Wolfgang Spreen

Flughafen Niederrhein
hier: Mängelliste der Pilotenvereinigung Cockpit


Sehr geehrter Herr Landrat,

in der Rheinischen Post vom 28.8.2013 sowie in der NRZ vom selben Tage werden dem Flughafen Weeze durch die Pilotenvereinigung Cockpit „besonders unfallträchtige“ Mängel vorgeworfen.

In der RP heißt es u.a. dazu: „Aus Sicht der Piloten gehört Weeze zusammen mit Zweibrücken, Memmigen, Lübeck und Friedrichshafen zu den 5 gefährlichsten Flughäfen in Deutschland". Die Kritikpunkte lauten:

  • Die „Runway-End-Safety-Area“, also die Reserveauslauffläche, die eine Startbahn umgeben. Sie seinen in Weeze zu klein.
  • Runway Guard Lights. Das sind die gelben Warnleuchten, die zwischen der Rollbahn und der Startbahn blinken. Sie sollen das Einrollen eines Flugzeuges auf ein noch nicht freigegebene Startbahn verhindern. Damit sei Weeze nicht ausreichend ausgestattet.
  • Anflugbefeuerung. Das Beleuchtungssystem, das die tatsächliche Startbahn als Lichtbahn optisch verlängert, sei in Weeze zu kurz.
  • Touchdown Zone Lights. Diese Zone ist die Fläche, auf der ein landendes Flugzeug aufsetzen soll. Sie beginnt 305 Meter nach der Landebahn-Schwelle, ist 900 Meter lang und wird durch weiße Balken und – je nach Flughafen – auch durch Lichtsignale markiert. Diese Lichtsignale fehlen laut Cockpit in Weeze teilweise.


Wir bitten den Kreis Kleve mit der zuständigen Landesluftfahrtbehörde (Bezirksregierung) Kontakt aufzunehmen und zu veranlassen, dass die o.g. Kritikpunkte geprüft werden und hierzu eine Stellungnahme abgegeben wird. Den Landrat bitten wir, das Ergebnis dem Kreistag mitzuteilen.

Begründung:

Es ist sicher nicht ausreichend und schon gar nicht beruhigend, wenn der Geschäftsführer des Flughafens die vorgebrachten Mängeln der Pilotenvereinigung Cockpit abtut. Eine glaubhafte und qualifizierte Stellungnahme kann hier nur die Luftsicherheitsbehörde abgeben.

Mit freundlichem Gruß

gez. Ute Sickelmann                                            Norbert Panek
Fraktionsvorsitzende                                           Fraktionsgeschäftsführer                          

Fahrzeuge der Feuerwehr am Aiport Weeze: Anscheinend gebraucht gekauft. Eine Aufnahme vom letzten Winter.    (Foto: T. Velten)

Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip nicht zuständig!

Unten finden Sie die Antwort des Landrates vom 30.09. auf unsere Anfrage vom 04.09.2013 zur Mängelliste der Pilotenvereinigung Cockpit.

Die Antwort funktioniert nach dem Motto:

1. "Wir sind nicht zuständig" und

2. Die vermeintlichen „Sicherheitsmängel  und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen ... sind geeignet, den Flughafen Niederrhein in ungerechtfertigter Weise einmal mehr in Misskredit zu bringen“.

Den letzten Punkt teilen wir. Deshalb haben wir uns allerdings inhaltlicche Aufklärung gewünscht und keineswegs eine Antwort, die sich der Kläung der Probleme verweigert.

Die Grünen im Kreistag sind sehr unzufrieden mit der Antwort der Kreisverwaltung. Sie wollen nun selbst Kontakt mit der Landesluftfahrtbehörde und den Experten der der Flugvereinigung Cockpit aufnehmen und eine Stellungnahme einfordern.

HIER finden sie die Antort von Landrat Spreen und den Antrag der Grünen im im Wortlaut.