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15. Oktober 2017

Lebenselixier „Wasser“ Arbeitsschwerpunkt der Grünen

Die GRÜNEN im Kreistag möchten das Thema „Wasser“ zu einem der Arbeitsschwerpunkte im nächsten Jahr machen. So das Ergebnis einer Fachtagung in Wachtendonk.

Mitglieder der GRÜNEN Kreistagsfraktion vor dem Bio-Restaurant in Wachtendonk mit Referent Hans Christian Markert (2. von links.) – Foto Thomas Velten

„Wasserkrisen sind das größte gesellschaftliche und ökonomische Risiko der kommenden 10 Jahre!“ warnte Hans Christian Markert, langjähriger umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN NRW, auf einer Fachtagung der GRÜNEN Kreistagsfraktion in Wachtendonk. Die Grünen im Kreistag möchten deshalb das Thema „Wasser“ zu einem der Arbeitsschwerpunkte im nächsten Jahr machen.

Hans Christian Markert erinnerte daran, dass gegenwärtig  1 Mrd. Menschen verseuchtes Wasser trinken und 2,3 Mrd. Menschen unter Wassermangel leiden. Weltweit wird das (über-)lebenswichtige Element Wasser knapp. Das beträfe nicht nur die Problemzonen in Afrika und Asien, sondern z.B. auch die südlichen Länder in Europa oder das hochtechnolo-gisierte Kalifornien. Hier müsste man inzwischen über 300 m tief bohren, um die letzten Grundwasserreserven aufzuspüren. Die Grünen möchten auf die enorme Bedeutung des Wassers für Landwirtschaft und Industrie hinweisen. Für 1kg Rindfleisch müssten 14.000 l Wasser, für 1 kg Käse 5.000 l, für eine Tonne Papier 400.000 l Wasser aufgewendet werden. Auch für die Produktion von Stahl oder Aluminium werden Unmengen Wasser gebraucht. 

Noch leben wir am Niederrhein in einer Region mit großen Grundwasser-vorkommen. Wasser ist bei uns unerhört preiswert. Gleichwohl erwartet das Umweltbundesamt einen Preisanstieg von bis zu 45 Prozent in den nächsten Jahren. Bereits zu Jahresbeginn hatte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft ebenfalls deutlich steigende Wasserpreisen angekündigt. „In vielen Orten des Kreises Kleve nähern wir uns dem amtlichen Grenzwert von 50 mg Nitrat  pro Liter Wasser,“ warnte GRÜNEN-Mitglied Hermann Brendieck. „Viele Wasserwerke können die Grenzwerte nur einhalten, weil es mit weniger belasteten Wasser aus dem Reichswald oder anderen Regionen vermischt wird“. 

Laut  Umweltbundesamt wird bundesweit derzeit bei 27 Prozent der Grundwasservorkommen der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überstiegen. Die EU hatte im November 2016 Deutschland wegen der hohen Werte verklagt. Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen sei das Grundwasser belastet., so das Umweltbundesamt. Grund seien auf den Feldern aufgebrachte Gülle und Mist aus der intensiven Tierhaltung sowie stickstoffhaltiger Mineraldünger. Nach Meinung von Grünen, Umweltverbänden und Wasserversorgern reichen die bisherigen Regeln zur Düngeausbringung nicht aus, „Wir müssen die Düngegesetze deutlich verschärfen und wirksam kontrollieren“, fordert die Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Kreistag, Birgitt Höhn.

Rechts: Der Umweltpolitiker Hans Christian Markert bei der Besichtigung eines Wasserwerks im Kreis Kleve Anfang des Jahres. - Foto: Thomas Velten