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17. Juli 2018

Kreis Kleve prüft Badeseen nicht auf multiresistente Keime

Die Kreisverwaltung Kleve hat zwar keine genauen Ergebnisse, gibt aber Entwarnung. Die Badegewässer im Kreis Kleve könnten uneingeschränkt genutzt werden, so der Landrat auf eine Anfrage der GRÜNEN.

Die Grünen im Kreistag sorgen sich weiter sich um die Qualität der Badegwässer im Kreis Kleve. Im Hintergrund der öffentliche Badestrand am Wisseler See. Foto: Thomas Velten

Die örtliche Presse thematisierte die Sorgen der GRÜNEN Kreistagsfraktion und die entsprechende Antwort der Kreisverwaltung. Am 17.07. berichtete die NRZ:


Kreis Kleve prüft Badeseen nicht auf multiresistente Keime

Kreis Kleve: Bestnote „ausgezeichnet“ für hiesige Badegewässer. Ein Kontakt mit multiresistenten Keimen sei unwahrscheinlich, so der Kreis.

In welchem Zustand befinden sich die Badeseen im Kreis Kleve? Diese Frage stellte jetzt die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Anlass war ein Nachweis von multiresistenten Keimen in niedersächsischen Badegewässern. Dies habe eine völlig neue und alarmierende Erkenntnis im Bereich des Gewässerschutzes offenbart, so die Grünen.

Die Ergebnisse aus Niedersachsen würden belegen, dass Erreger, die selbst gegen Reserve-Antibiotika resistent sind, mittlerweile in Bächen, Flüssen und Seen angekommen seien. Auch in der Ruhr und im Baldeneysee seien multiresistente Erreger nachgewiesen worden.

Antwort auf grüne Anfrage

Auf Anfrage der Grünen teilte die Kreisverwaltung jetzt mit, dass rein rechtlich eine Prüfung auf multiresistente Keime in Badeseen nicht gefordert wird. „Es gibt daher keine Beurteilungskriterien, Grenzwerte oder einen anzuwendenden Besorgniswert. Eine systematische Gewässeruntersuchung auf das Vorhandensein multiresistenter Keime in den Badegewässern wird deshalb im Kreis Kleve nicht durchgeführt“, schreibt die Kreisverwaltung. Im Kreis Kleve gibt es sechs Badeseen: Wisseler See, Naturfreibad Kessel, Eyller See, Naturfreibad Wachtendonk, Wankumer Heidesee und das Millinger Meer. Diese Seen werden monatlich auf bestimmte mikrobiologische Qualitätsparameter (E. coli und intestinale Enterokokken) untersucht.

Sehr gute Messergebnisse

Bezüglich dieser Messungen schneiden die Badeseen im Kreis sehr gut ab. Je höher die fäkale Belastung, desto schlechter ist die Wassergüte des Gewässers und „damit die Wahrscheinlichkeit, dass Krankheitserreger und auch multiresistente Keime vorkommen“, so die Verwaltung. Aus diesem Grund könne man die bestehenden Messungen auch als einen Indikator für das Vorhandensein von multiresistenten Keimen heranziehen. „In Gewässern mit ausgezeichneter und guter Qualität ist ein Kontakt mit multiresistenten Keimen daher unwahrscheinlich“, heißt es in der Antwort.

Alle Badeseen seien in den vergangenen Jahren mit der Bestnote „ausgezeichnet“ bewertet worden (Ergebnisse unter www.badegewaesser.nrw.de oder www.kreis-kleve.de). Landrat Wolfgang Spreen stellt klar: „Behördlich überwachte Badegewässer können bedenkenlos und uneingeschränkt genutzt werden.“

Sonderuntersuchung im Jahr 2019

Gegebenenfalls vorhandene multiresistente Keime bilden bei gesunden Menschen mit einem stabilen Immunsystem kein erhöhtes Infektionsrisiko beim Baden. Eine Infektionsgefahr sei nur in Ausnahmefällen denkbar, zum Beispiel bei immungeschwächten Personen oder Badenden mit offenen Wunden. „Dieser Personenkreis sollte ein Badegewässer ohne ärztlichen Rat ohnehin nicht nutzen.“

Auch für die Zukunft sieht der Kreis keine Veranlassung auf eine Untersuchung nach multiresistenten Keimen: Dies sei aus „infektionshygienischer Sicht weder erforderlich noch geboten“, so der Landrat. Das Landesumweltministerium plant für das Jahr 2019 eine Sonderuntersuchung auf multiresistente Bakterien in Badegewässern.

Quelle: Andreas Gebbink  - NRZ Kleve -17.07.2018 

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