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Grüne Kleve

11. Mai 2016

Grüne wollen mehr Unterstützung für das Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen

Im Rahmen einer Informationsreise durch den Süden des Kreises machte die grüne Kreistagsfraktion Station im Straelen. Neben grundlegenden Infos über die Stadt erhielten sie eine Führung durch das europaweit einmalige Übersetzer-Kollegium in Straelen.

Grüne: "Für diese Einrichtung werden wir überregional beneidet!"

 

Dr. Peeters, Leiterin des Übersetzer-Kollegiums (links), bei der Vorstellung ihrer Einrichtung. - Foto: Th. Velten
Von rechts:. Dr. Helmut Prior, Norbert Panek, David Krystof, Hans-Hermann Terkatz, Ute Sickelmann, Elke Währisch-Große

Hohe Bedeutung des Europäischen Übersetzerkollegs (EÜK)

Positiv überrascht zeigten sich die Mitglieder der grünen Kreistagsfraktion über die  Arbeit des Europäischen Übersetzer-Kollegiums im Süden des Kreises Kleve . Nicht allen war die Bedeutung dises Hauses bekannt. Nach einer Führung äußerte sich die Fraktionsvoritzende Ute Sickelmann: "Hier haben wir eine Einrichtung, für die wir in ganz Europa beneidet werden. Das Europäische Übersetzer-Kollegium ist das weltweit erste und das größte internationale Arbeitszentrum für literarische Übersetzer, in dem deutschen und ausländische Buch-Übersetzer zusammen arbeiten können."

Übersetzer aus allen Teilen der Welt kommen mit dem Übersetzungsauftrag eines Verlags nach Straelen, um die vielfältigen Hilfsmittel des Hauses zu nutzen, Kollegen zu treffen, miteinander zu arbeiten und Tipps und Erfahrungen auszutauschen. Im Vorwort vieler übersetzter Bücher wird auf die Unterstützung des Übersetzter Kollegiums hingewiesen und so der Name Straelens in die ganze Welt hinaus getragen.  Die in Zusammenhang mit der Kunststiftung NRW alljährlich vergebene hochrangige internationale Übersetzerpreis  trägt ebenfalls zum Renommee der Strahlender Einrichtung bei.

Historisches Vorbild

Es gab zur Zeit des Mittelalters im spanischen Toledo ein Beispiel für die Fruchtbarkeit intellektueller Zusammenarbeit: Damals übersetzten dort ganze Teams von Sprachkundigen die nur noch auf arabisch erhaltenen griechischen Klassiker ins Lateinische. Zwar arbeiteten sie in kleinen Gruppen durchaus an verschiedenen Büchern; aber da sie ihre individuellen Erkenntnisse austauschen konnten, ging ihnen die Arbeit leichter von der Hand.

Die Gründung des heutigen Übersetzer-Hauses am Niederrhein erfolgte 1978 auf Initiative des Straelener Beckett-Übersetzes Elmar Tophofen. Er konnte den bei. Schriftsteller Heinrich Böll und Max Frisch, Samuel Beckett u.a. als als Schirmherr und den damaligen Finanzminister Posser als Finanzier gewinnen. Noch heute stellt das Land NRW die Grundfinanzierung sicher.

Der Start erfolgte in kleinen Anfängen. Heute besteht die Einrichtung aus sechs benachbarten ehemaligen Wohnhäusern in der Kuhstraße 15-17. Hier stehen damit auf über 2500 Quadratmetern Wohnfläche 29 Appartements zum Wohnen und Arbeiten zur Verfügung. Neben Bibliotheks- und Tagungsräumen gibt es eine gut ausgestattete Küchen in denen sich die Gäste selbst verpflegen. Kernelement des Übersetzer-Kollegs ist ene Bibliothek mit 125.000 Bänden. Davon sind 35.000 Lexika in über 275 Sprachen und Dialekten, sowie eine umfangreiche Sammlung digitaler Medien. Zur Ausstattung gehören ferner 40 Computer mit Internetzugang.

Mehr Unterstützung

Obwohl das Land NRW die Grundfinanzierung sicherstellt, fallen täglich Arbeiten an, für die das Übersetzerkolleg um Unterstützung bittet. Das kann der Ersatz für ausgefallene Beleuchtungskörper sein oder aber kleinere und größere Renovierungsarbeiten, die in alten Häusern immer mal anfallen. Frau Dr. Peeters freut sich über jede Art von Unterstützung.

Hans-Hermann Terkartz, der als Straelener Bürger und Mitarbeiter im EÜK die Kontakte zum Übersetzer-Kollegium hergestellt hatte, möchte die Kontakte zum Kreis Kleve intensivieren.: "Ich werde in Kürze meine Kreistagskollegen aus den anderen Parteien ansprechen. Einer der nächsten Sitzungen des Schul- und Kulturausschusses sollte unbedingt in diesem Hause stattfinden. Gemeinsam sollten wir überlegen, wie das EÜK Unterstützung vom Kreis erhalten kann.“

Blick auf einige der alljählich in Straelen prämierten Übersetzungen - Foto: Thomas Velten

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