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Grüne Kleve

12. Dezember 2016

Grü­ne for­dern: Kei­ne Zwangs­um­zü­ge für Ar­me

Die Grünen im Kreistag wenden sich gegen die neue Berechnungsgrundlage des Kreises Kleve für die Mieterstattung bei Hartz-IV-Beziehern.

 Berechnung: Herbert Looschers, Grüne Kreistagsfraktion, Sachkundiger Bürger im Sozialausschuss

Wohnungswechsel ersparen

Un­ter der Über­schrift „Kei­ne Zwangs­um­zü­ge für die Schwächs­ten“ wen­den sich die Grü­nen im Kreis ge­gen ei­ne neue, an­geb­lich „schlüs­si­ge“ Grund­la­ge für die Be­rech­nung zu­läs­si­ger Miet­ober­gren­zen. Ih­rer Be­fürch­tung nach wer­den künf­tig noch mehr Be­dürf­ti­ge als bis­her we­gen ge­rin­ger Über­schrei­tung der ak­zep­tier­ten Miet­kos­ten zum Aus­zug ge­zwun­gen. „Die Grü­nen for­dern den Kreis Kle­ve auf, der per­sön­li­chen Si­tua­ti­on Be­trof­fe­ner an­ge­mes­sen Rech­nung zu tra­gen und, wenn über­haupt, nur in sel­tens­ten Aus­nah­me­fäl­len Auf­for­de­run­gen zum Woh­nungs­wech­sel zu ver­sen­den“, heißt es in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung.

Vom Mund absparen
Prak­tisch im­mer wohn­ten Be­trof­fe­ne (et­wa 20 Pro­zent der Mie­ter im Kreis Kle­ve) be­reits in sehr ein­fa­chen und güns­ti­gen Woh­nun­gen, so­dass Auf­for­de­run­gen zum Um­zug we­gen ge­ring­fü­gi­ger Ab­wei­chun­gen von den neu­en Miet­ober­gren­zen ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Här­te dar­stel­len wür­den. „In der Fol­ge sind die Be­trof­fe­nen dann ge­zwun­gen, sich ih­re Mie­te vom Mund ab­zu­spa­ren, ein Zu­stand, der men­schen­un­wür­dig ist und wie­der mal die Schwächs­ten trifft, Kin­der, Al­te, Kran­ke“, so Bir­gitt Höhn, Frak­ti­ons­spre­che­rin der Grü­nen im Kreis­tag. Äl­te­re Men­schen und Fa­mi­li­en mit Kin­dern soll­ten grund­sätz­lich von auf­ge­zwun­ge­nen Woh­nungs­wech­seln aus­ge­nom­men sein.

Faire Ermessensgrundlagen
Aus Sicht der Grü­nen ist die von ei­ner „pro­fit­ori­en­tier­ten Ak­ti­en­ge­sell­schaft“ er­stell­te neue Be­mes­sungs­grund­la­ge fach­lich ge­se­hen äu­ßerst frag­wür­dig. „Sie ver­letzt zu­dem in der Vor­ge­hens­wei­se ele­men­ta­re Prin­zi­pi­en mensch­li­cher Grund­rech­te. So kann es nicht sein, wenn Men­schen zwecks So­zi­al­dum­ping zum Um­zug in ei­ne an­de­re Stadt ge­zwun­gen wer­den sol­len. Die Grü­nen for­dern den Kreis Kle­ve auf, die An­wen­dung der neu­en Grund­la­ge bis zur Er­stel­lung ei­nes fai­ren Er­mes­sungs­rah­mens mit so­for­ti­ger Wir­kung aus­zu­set­zen“, so die Frak­ti­ons­che­fin.

RP Kreis Kleve, Anja Settnik, 12.12.2016
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Quelle: Kreis Kleve, April 2016

Hintergrund-Info

Powerpoint-Vortrag zum "schlüssigen Konzept" des Kreises Kleve von Herbert Looschelders (sachk. Bürger der Grünen Fraktion)