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28. September 2014

Gelbe Stühle gegen Fracking - Grüne im Kreistag Kleve ärgern Konsul Heinzel

Mit einer Kunstaktion protestieren die Grünen im Kreistag Kleve gegen die Fracking-Pläne im niederländischen Grenzgebiet. Die Übergabe eines gelben Stuhls als Zeichen ihres Protests für den Frackingbefürworter Honorarkonsul Freddy Heinzel auf der letzten Kreistagssitzung wurde von Landrat Spreen verhindert.

Die grüne Fraktionssprecherin Ute Sickelmann mit dem gelben Stuhl vor dem Kreishaus in Kleve (Foto: Olaf Plotke)

Gelbe Stühle gegen hässliches Fracking

Ein Bericht von Olaf Plotke im Kurier am Sonntag

Kreis Kleve. Wenn man jemand weghaben wollte, dann sagte man, dass man ihm den Stuhl vor die Tür stellen würde. Diese Idee haben die Klever Grünen jetzt aufgegriffen. Allerdings wollen sie keinen Menschen weghaben, sondern Fracking. 
Das ist diese doch sehr in der Kritik stehende Form der Gasgewinnung aus Schiefer, der tief im Erdboden steckt. Aus den USA, wo ja jede Segnung herkommt, wird das schon betrieben und die Ergebnisse sind zwar gut für die Wirtschaft, aber dafür soll das Wasser aus den Wasserhähnen jetzt brennbar sein. Kein Plan wie das geht, aber ich habe da einen YouTube-Film gesehen und das sieht schon ziemlich furchtbar aus. 
Ich will eigentlich nicht, dass mein Leitungswasser brennt. Und die Grünen natürlich auch nicht. Sie sind ja eh immer glücklich, wenn sie gegen was sein können, aber in diesem Fall ist es glaube ich ganz gut so.

Signale setzen

Also auf alle Fälle protestieren sie mit Kunst und mit dem Stuhl, den man vor die Tür stellt. Denn holländische Unternehmen planen angeblich in der Nähe von unseren Naturschutz- und Wasserschutzgebieten Fracking zu betreiben. 
„Dagegen kann man Unterschriften sammeln”, sagt Julia Beykirch, die bei den Klever Grünen aktiv ist und an der Hochschule Rhein-Waal Ökologie studiert. Aber man kann noch mehr tun, als nur Unterschriften zu sammeln: Julia Beykirch ruft die Bürger nun auf, auch ein sichtbares Signal gegen Fracking zu setzen. Aber man kann auch mehr tun. „Wir wollen Bürgern und besonders der holländischen Regierung sichtbare Signale setzen”, so Beykirch weiter.
Der holländische Honorarkonsul Freddy Heinzel hatte vor einigen Wochen mit einem Pro-Fracking-Vorstoß irritiert. Dafür wollte ihm die Grünen-Kreistagsfraktion am Donnrstag einen der hässlichen Stühle schenken. Doch erstens verbot der Landrat die Aktion und zweitens war Freddy Heinzel auch gar nicht da. Fraktionschefin Ute Sickelmann will aber ein anderes Mal einen neuen Anlauf für eine Übergabe machen.

Fracking-Stühle nach Den Haag

„Geen plaats voor fraccen“ heißt die Kunstaktion entlang der Grenze, bei der 100 gelbe Stühle ihren Weg Richtung Den Haag antreten. „Wer einen Stuhl findet wird aufgefordert ihn ein Stück mit zu nehmen”, lautet die Devise. 
Auch in Kleve stehen seit Anfang dieser Woche vier von ihnen und warten auf Unterstützer. Ihre Wege lassen sich verfolgen. Unter www.fraccen.eu kann jeder, der einen der Stühle trägt, markieren wo dieser sich befindet. 
Das freut sicher die NSA, die nun genau weiß, wer ein Fracking-Gegner ist und sofort die Totalüberwachung anschmeißen wird, Mobiltelefone überwachen, E-Mails durchschnüffeln - das ganz Vollwaschprogramm also. Haben die auch was von der Aktion.

Olaf Plotke (Text & Foto oben), Foto im Text: Grüne Kleve
Kurier am Sonntag, 28.09.2014

 

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Kreis Kreis bleibt bei klarem „Nein“ zu Fracking und Pkw-Maut


KREIS KLEVE (zel) Angesichts der aktuellen Diskussion um die umstrittene Gasförderung durch das Aufsprengen von Gesteinsschichten (Fracking) hat der Kreis Kleve sich in der Sache erneut klar positioniert. Der Kreistag beschloss, sich gegen entsprechende Pläne in den Niederlanden auszusprechen. Wie berichtet, gibt es im Nachbarland Überlegungen, im Grenzraum Probebohrungen zu erlauben. Bereits im Juni hatte sich der Kreis durch einen Brief des Landrats klar dagegen ausgesprochen, jetzt erneuerten die Politiker im Kreistag ihre ablehnende Haltung. Das freute Ute Sickelmann. „Denn in dieser Sache bedarf es einer klaren und eindeutigen Haltung des Kreises“, sagte die Grüne Politikerin. Sie hatte dabei wohl auch im Hinterkopf, dass das Thema aktuell wieder Fahrt aufnimmt. Die Firma ExxonMobil, die gerne bohren möchte, wirbt damit, ein Verfahren entwickelt zu haben, bei dem auf giftige Chemikalien verzichtet werden könnte. Der Kreis bleibt aber beim klaren „Nein“. „In dieser Frage sind wir uns eindeutig einig, und wir machen deutlich, dass wir das Thema sehr ernst nehmen“, so Landrat Wolfgang Spreen.


Einig waren sich Politik und Kreisverwaltung auch bei der PKW-Maut. Gerade für den Grenzraum würde das erhebliche Nachteile bedeuten. „Der Einzelhandelsumsatz in den grenznahen Städten wird zu einem beträchtlichen Anteil mit niederländischen Kunden erzielt“, so der Kreis. In Kleve etwa machen die Kunden aus den Niederlanden einen Drittel des Umsatzes aus. Daher gibt es auch angesichts der Modifizierung der Pläne durch Verkehrsminister Alexander Dobrinth keinen Anlass zur Entwarnung. Er will die Maut nur noch auf Autobahnen und Bundesstraße einführen.

Rheinische Post Kleve, 27.09.2014

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