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14. November 2018

Die Grünen im Höhenflug - Interview der RP mit Birgitt Höhn

Die starken Ergebnisse bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen stärken das Selbstbewusstsein auch bei den Grünen im Kreis Kleve. Die Rheinische Post führte ein Interview mit der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Kreistag Kleve. Chefin Birgit Höhn sieht ihre Themen richtig gesetzt.

Verhaltene Euphorie

Sie gehört dem linken Flügel der NRW-Grünen an, aber in der Einschätzung der gegenwärtigen Situation ist Birgitt Höhn aus Kevelaer absoluter „Realo“. Mit „verhaltener Euphorie“ blicke sie auf die sehr guten Ergebnisse ihrer Partei bei den Wahlen in Bayern und Hessen. Und dass es noch eine Weile dauern wird, bis die Grünen im Kreis Kleve vergleichbare Erfolge einfahren, das ist ihr klar. Die 53-jährige Geschäftsführerin und Sprecherin der Grünen-Fraktion im Kreis sitzt an den meisten Werktagen täglich einige Stunden in ihrem Büro im Kreishaus. Dort sprach sie mit der Rheinischen Post über das Erstarken ihrer Partei und darüber, wie sich das auf sie und ihre Mitstreiter am Niederrhein auswirkt.

Selbstbewusst nach vorne blicken

Birgitt Höhn, die unter anderem Politik und Sozialwissenschaften studiert hat, ist viel zu sehr Profi, als dass sie sich von so etwas aus der Ruhe bringen ließe: Wenn Außenstehende schon mal den Eindruck haben, dass einige Kreistagsmitglieder die Augen verdrehen oder sich betont auf etwas anderes konzentrieren, wenn ein Mitglied der Grünen spricht, winkt sie ab. „Zumindest zwischen den Führungspersonen der anderen Fraktionen und uns stimmen die Umgangsformen“, sagt sie. Natürlich sei bei einigen kommunalpolitischen Kollegen zu spüren, dass diese aus einer Mehrheitsposition heraus agierten. „Aber da sollte man vorsichtig sein, denn einige Wahlergebnisse der jüngeren Vergangenheit zeigen, dass sich so etwas ändern kann.“ Schließlich steige  der Zulauf zu den Grünen, sowohl, was die Eintritte in die Partei angehe, als auch, was Wahlergebnisse anbelange. „Das heißt bestimmt nicht, dass wir die großen Volksparteien demnächst einholen, aber für Arroganz besteht bei den anderen kein Grund.“

Grüne besetzen entscheidende Themen

Bevor man sich um die nächste Kommunalwahl intensive Gedanken mache, müsse man jetzt erst einmal die Europawahl vorbereiten. „Wir wollen ein solidarisches, freies und demokratisches Europa. Um das zu erreichen, müssen wir Zuversicht ausstrahlen“, findet Höhn. Also nicht kleine Brötchen backen, sondern selbstbewusst nach vorn blicken. Denn die grünen Themen seien solche, auf die es heute wesentlich ankomme: Umwelt bewahren, Energie sparen, gewaltsame Konflikte vermeiden. International wie vor der Haustür.

Zustimmung auch von Konservativen

„Das Thema Hambacher Forst zum Beispiel hat viele Konservative bewogen, sich uns anzuschließen. Ich habe bei meinen Besuchen dort ältere Damen gesehen, die symbolisch Bäumchen pflanzten oder Eltern, die mit ihren Kindern kamen und ihnen am lebendigen Beispiel zeigten, was im Braunkohletagebau mit der Natur passiert. Es sind längst nicht mehr nur Grüne, die darüber in großer Sorge sind.“ Immer mehr Menschen fingen offenkundig an, zu verstehen, dass man sich nicht von der Umwelt verabschieden kann. Die Generationengerechtigkeit verlange, alle heutigen Entscheidungen so zu gestalten, dass sie nachhaltig wirken.

Quelle: Anja Settnik, Rheinsche Post Kreis Kleve, Online-Ausgabe 03.11.2018

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