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13. November 2015

Bundesververdienstkreuz für grüne Sozialpolitikerin Hilde Fielenbach-Hensel

Wegen ihres langjährigen Einsatzes für ihre Mitmenschen erhielt die Gocherin Hilde Fielenbach-Hensel am 12.11.2015 das Bundesverdienstkreuz von Bildungsministerin Sylvia Löhrmann. Die engagierte Praktikerin vertrat die grüne Kreistagsfraktion jahrelang im Sozialausschuss des Kreises.

Aus der Hand der Stellv. Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann erhielt die grüne Sozialpolitikerin und Vorsitzende der Gocher Grünen das Verdienstkreuz „Am Bande“ - Foto: Landesregierung NRW für Hilde Hensel

Aus der Laudatio der Stv. Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann

„Refugees welcome“ – immer wieder liest man in diesen Wochen den Willkommensgruß auf Plakaten für Tausende von Flüchtlingen, die in Deutsch­land Schutz suchen. Für Hildegard Fielenbach-Hensel war es schon in den 1990er Jahren selbstverständlich, sich für Flüchtlinge und Asylsuchende in ihrer Heimatstadt Goch einzusetzen.

Seither organisiert sie Sprachkurse für Frauen, bemüht sich um Hilfsangebote für traumatisierte Flüchtlinge und kümmert sich um Flüchtlingskinder. Termine bei Ausländer- oder Sozialämtern, Krankenkassen oder möglichen Arbeitsstellen – Hildegard Fielenbach-Hensel ist zur Stelle, wenn Flüchtlinge Hilfe brauchen. 1993 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern eines Vereins zur Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen in Goch. Seit mehr als 20 Jahren ist sie für Menschen mit Migrationshintergrund Vertraute, Ratgeberin und Respektsperson. Ob Kleidung, Kinderwagen, Schulranzen, Kochherde oder Mobiliar – sie weiß, wo diese Sachen gebraucht werden und wo sie vorrätig sind. Liebevoll anerkennend wird sie von Flüchtlingen „Frau Hilda“ genannt.

„Frau Hilda“ war es auch, die gemeinsam mit der Verkehrswacht einen „Fahrrad-Grundkurs“ für Frauen ins Leben rief. Da Migrantinnen häufig kein Auto zur Verfügung steht, sollen sie auf diesem Weg den sicheren Umgang mit Fahrrädern im Straßenverkehr erlernen. Ein örtlicher Fahrradhändler stellte eigens dafür Leihfahrräder zur Verfügung.

Hildegard Fielenbach-Hensel ist Mitglied von „Bündnis 90/Die Grünen“ und vertritt ihre Partei seit 1994 im Rat der Stadt Goch – seit 2010 als Fraktions­vorsitzende. Und seit mehr als zehn Jahren hilft sie bei der „Arche“ in Goch – einer Informations- und Anlaufstelle, die auch die „Gocher Tafel“ betreibt.

Angefangen hatte Hildegard Fielenbach-Hensel ihr ehrenamtliches Engagement bereits Mitte der 1980er Jahre. Damals zog sie mit ihrer Familie nach Goch und fand keinen Kindergartenplatz für ihre Tochter. Entschlossen ging sie dieses Problem an: Hildegard Fielenbach-Hensel arbeitete sich in Betriebskostenführung und Kindergartengesetzgebung ein. Sie knüpfte Kontakte zu betroffenen Eltern und setzte sich lange und ausgiebig mit den Behörden auseinander. 1987 konnte schließlich der erste Initiativkindergarten in Goch seinen Betrieb aufnehmen. Frau Fielenbach-Hensel sei Dank.
Vor so vielfältigem Engagement können wir nur den Hut ziehen. Ich freue mich, Ihnen dafür das Verdienstkreuz am Bande überreichen zu dürfen.
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Die RP berichtete

Verdienstkreuz am Bande für „Frau Hilda“

Hilde Fielenbach-Hensel erhielt jetzt für ihr Engagement für Flüchtlinge das Verdienstkreuz am Bande. Dass die Auszeichnung nicht mit aufs Foto durfte, unterstreicht die Bescheidenheit von „Frau Hilda“

GOCH Wer sie kennt, weiß, dass sie eher genervt den Kopf geschüttelt haben wird. Eine öffentliche Ehrung, wohlklingende Worte in feierlichem Rahmen – das ist nichts für eine Praktikerin wie Hilde Fielenbach-Hensel. Aber wie sie die Sache auch wendete, die Gocherin fand keinen Ausweg: Am Donnerstagabend fuhr sie gemeinsam mit ihrem Ehemann nach Düsseldorf. Dort, in der Villa Horion, wartete NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann in Vertretung der Ministerpräsidentin auf sie und elf weitere verdiente Bürger, die mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet werden sollten.

Über „Hilde“ – der Vorname genügt den meisten Gochern eigentlich – muss in ihrer Heimat nicht allzu viel berichtet werden. 30 Jahre Parteichefin der Grünen, zehn Jahre Vositzende des Paritätischen, früher sehr engagiert in Sachen Kindergärten, seit Jahrzehnten Dreh- und Angelpunkt der Flüchtlingshilfe. Als Politik und Gesellschaft sich für Asylbewerber noch nicht interessierten, war „Frau Hilda“, wie die Migranten sie achtungsvoll nennen, schon für sie da. Und das ist bis heute so geblieben.

Wobei der 65-Jährigen „Gutmenschen“ und allzu naives Helfen eher gegen den Strich gehen. „Ich tue, weil es jemand tun muss, und weil ich es kann“, sagt sie selbstbewusst. Eine Unbekannte hat die Gocherin erfolgreich für die hohe Auszeichnung vorgeschlagen.
Es ist kein Kokettieren, keine falsche Bescheidenheit, wenn Hilde Fielenbach-Hensel versichert, sie hätte auf die Aktion lieber verzichtet. „Aber wenn ich den Orden ausgeschlagen hätte und das bekannt geworden wäre, hätte es erst recht einen ,Hype’ darum gegeben“, ahnt sie. Der Vorschlag aus Düsseldorf, man könnte die Feierstunde auch im heimischen Rathaus ansetzen, kam für sie überhaupt nicht in Frage. „Und den Orden einfach zuschicken ging auch nicht. Also musste ich wohl mein Jackett anziehen und nach Düsseldorf fahren.“

Der verdienten Frau aus Goch zu danken, dürfte Sylvia Löhrmann eine besondere Freude gewesen sein, schließlich ist die „Grüne“ Hilde eine Parteikollegin der Ministerin. In der Laudatio hieß es: „Für Hildegard Fielenbach-Hensel war es schon in den 1990er Jahren selbstverständlich, sich für Flüchtlinge und Asylsuchende in ihrer Heimatstadt Goch einzusetzen. Seither organisiert sie Sprachkurse für Frauen, bemüht sich um Hilfsangebote für traumatisierte Flüchtlinge und kümmert sich um Flüchtlingskinder. Termine bei Ausländer- oder Sozialämtern, Krankenkassen oder möglichen Arbeitsstellen – Hildegard Fielenbach-Hensel ist zur Stelle, wenn Flüchtlinge Hilfe brauchen. 1993 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern eines Vereins zur Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen in Goch. Sie genießt das Vertrauen der Menschen, um die sie sich kümmert.“
Dass die verdiente Frau auch einen „Fahrrad-Grundkurs“ für Frauen ins Leben  rief, wurde ebenfalls gewürdigt. Schließlich haben Migrantinnen häufig kein Auto und sollten dennoch mobil sein. Ein örtlicher Fahrradhändler stellte Leihfahrräder zur Verfügung.

Die Grüne, seit 1994 im Rat und seit 2010 Fraktionsvorsitzende, gehört auch dem Arche-Team an, das in Goch die Tafel betreibt. Weil Fielenbach-Hensel Mitte der 1980er Jahre keinen Kindergartenplatz für ihre Tochter fand, bereitete sie die Gründung einer „eigenen“ Kita vor: Dank ihres Einsatzes konnte 1987 der erste Initiativkindergarten in Goch seinen Betrieb aufnehmen.

„Vor so vielfältigem Engagement können wir nur den Hut ziehen. Ich freue mich, Ihnen dafür das Verdienstkreuz am Bande überreichen zu dürfen“, sagte die Ministerin und ließ den freundlichen Worten gleich die Tat folgen.

Rheinische Post Kleve, 14.11.2015, Anja Settnik